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Nachhaltigkeitsstrategie

Der Stiftungsrat hat ein Nachhaltigkeitskonzept verabschiedet, das der Geschäftsleitung die strategischen Leitplanken zu den EESG-Themen (Ökonomie, Umwelt, Soziales und Governance) vorgibt. Die langfristig gesetzten Nachhaltigkeitsziele liefern einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der künftigen Renditeerwartungen der Anleger. Insbesondere im Bereich der Umwelt hat der Stiftungsrat die Vorgabe formuliert, die bereits laufenden Bestrebungen zur Vermeidung fossiler Wärmeerzeugungen zu verstärken. Konkret gibt er vor, über das Liegenschaftenportfolio der assetimmo bis im Jahr 2050 einen Netto-null-CO2-Ausstoss zu erreichen. Zwischenziele per 2030 und 2040 sollen auf dem CO2-Absenkpfad festgelegt werden und zur Überprüfung des Fortschrittes dienen. In einer ersten Phase erfolgen die Bestandesaufnahme und die Datenerhebung, gefolgt von der Ausarbeitung der konkreten baulichen Massnahmen und eines einhergehenden Monitorings. Die Investitionen werden dabei ganzheitlich über die Lebenszyklus- und Opportunitätskosten beurteilt, und auch Überlegungen zur Zukunftsfähigkeit der Organisation und der Anlagegruppen fliessen mit ein.

Wir werden Sie in künftigen Jahresberichten über den jeweils aktuellen Stand informieren.

Der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung sind überzeugt, mit diesen ehrgeizigen Nachhaltigkeitszielen die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber allen Anspruchsgruppen wahrzunehmen.

Pacta[1] 2020: Klimaverträglichkeitstest

assetimmo hat als erster Schritt mit den Liegenschaften der beiden Anlagegruppen am Klimaverträglichkeitstest des Bundesamtes für Umwelt («BAFU») teilgenommen. Klimaverträglich sind Investitionen und Finanzierungen, wenn sie mit dem international vereinbarten Klimaziel, die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten, übereinstimmen. Das Schweizer Parlament hat dieses Ziel explizit im Zweckartikel des totalrevidierten CO2-Gesetzes verankert. Die Umsetzung soll vorerst durch freiwillige Massnahmen der Finanzbranche erreicht werden, deren Wirkung auf das Klima der Bund periodisch erfasst.

Nach 2017 haben das BAFU und das Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen (SIF) im Jahr 2020 einen zweiten, umfassenden Test initiiert. Die Ergebnisse von 179 Finanzinstituten zeigen ein repräsentatives Bild des gesamten Schweizer Finanzmarkts. Es konnten die Hälfte aller Immobilien von institutionellen Investoren sowie drei Viertel der Schweizer Wohngebäude – abgedeckt über Hypotheken – untersucht werden. Dies geschah erstmals über ein Zusatzmodul, mit dem analysiert wurde, wie gut die Schweizer Immobilien- und Hypothekenportfolios im Vergleich zum Klimaziel für den inländischen Gebäudepark abschneiden.


[1] Paris Agreement Capital Transition Assessment. Weitere Informationen finden hier.

Auswertung für die Anlagegruppe Wohnen

Die 143 Gebäude der Anlagegruppe Wohnen emittieren pro Jahr zusammen rund 5'770 t CO2. Dies entspricht im Mittel (Median) 13.5 kg CO2 je m2 Energiebezugsfläche, was leicht über dem Mittelwert aller Gebäude der Vergleichsgruppe von 12.3 kg CO2 je m2 liegt (Verteilung in Graphik). Mit aktuell geplanten Sanierungsmassnahmen können die Emissionen bis 2030 auf 9.9 kg CO2/m2 gesenkt werden. 55 Gebäude werden mit Öl beheizt, 63 Immobilien mit Gas und 25 Liegenschaften erzeugen ihre Wärme nicht fossil. Die 20 kg CO2/m2 entsprechen dem voraussichtlich gemäss totalrevidiertem CO2-Gesetz ab 2023 geltenden Grenzwert bzw. dem Netto-null-Absenkpfad des Bundesrates. Im Jahr 2030 wird dieser Wert vermutlich bei 15 kg CO2/m2 liegen.

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Im Vergleich mit ihrer Peergroup (Pensionskassen) emittiert das assetimmo Wohnportfolio 9.2% mehr CO2 je m2 Energiebezugsfläche. Betrachtet man hingegen die fossilen Energieträger, sind die Anlagen der assetimmo effizienter und stossen bei Gas rund 9.7% und bei Öl sogar 27.3% weniger CO2 je m2 aus. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass die Peergroup deutlich mehr nicht-fossile Wärmeerzeugungen wie Wärmepumpen, Erdsonden oder Fernwärme in ihren Liegenschaften verwendet, die fossilen Systeme jedoch veraltet sind.

 

Die Aufteilung nach Bauperioden über die ganze Vergleichsgruppe zeigt die höheren Emissionen älterer Gebäude. Da ab 2001 eine Mehrheit der Liegenschaften CO2-neutral betrieben wird, ist der Median 0 kg CO2/m2, was auch für assetimmo gilt. Für Objekte mit Baujahren zwischen 1981 und 2000 liegt der Wert für assetimmo Liegenschaften bei 14.2 kg CO2/m2, bei solchen mit Baujahr vor 1980 bei 17.7 kg CO2/m2. Mit diesen Werten liegen die assetimmo Gebäude im Schnitt der Vergleichsgruppe.


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Auswertung für die Anlagegruppe Geschäft

Die 39 Gebäude der Anlagegruppe Geschäft emittieren pro Jahr zusammen rund 3’542 t CO2. Dies entspricht im Mittel (Median) 8.1 kg CO2 je m2 Energiebezugsfläche, was deutlich unter dem Mittelwert aller Gebäude der Vergleichsgruppe von 12.3 kg CO2 je m2 liegt (Verteilung in Graphik). Mit geplanten Sanierungsmassnahmen können die Emissionen bis 2030 auf 6.9 kg CO2/m2 gesenkt werden. 6 Gebäude werden mit Öl beheizt, 18 Immobilien mit Gas und 15 Liegenschaften erzeugen ihre Wärme nicht fossil. Für die Grenzwerte (grüne Linien) gilt dasselbe wie für die Anlagegruppe Wohnen weiter oben.

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Im Vergleich mit ihrer Peergroup (Pensionskassen) emittiert das assetimmo Geschäftsportfolio 34.4% weniger CO2 je m2 Energiebezugsfläche. Betrachtet man die fossilen Energieträger, sind die Anlagen der assetimmo effizienter und stossen bei Gas rund 38.1% und bei Öl sogar 60.6% weniger CO2 je m2 aus. Bis 2030 können die Emissionen bei Ölheizungen mit geplanten Substitutions- und Sanierungsmassnahmen zudem um 55.2% reduziert werden, bei Gasheizungen um 10.6%.

Die Aufteilung nach Bauperioden über die ganze Vergleichsgruppe zeigt auch hier die höheren Emissionen älterer Gebäude. Für assetimmo Objekte mit Baujahren ab 1981 liegt der Wert bei mit 6.9 (bis 2000) resp. 7.4 kg CO2/m2 (ab 2001) praktisch gleichauf. Vor 1980 emittieren die Liegenschaften im Schnitt 8.9 kg CO2/m2. Bis 2030 wird vor allem der Ersatz von Heizungen aus der Periode 1981 bis 2000 den zugehörigen Median stark senken (-34.8%).

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Zusammenfassung

Im Durchschnitt bleiben die Liegenschaften der assetimmo Anlagegruppen bezüglich CO2-Ausstoss unter den künftig zu erwartenden Grenzwerten zurück, viele Gebäude liegen aber noch darüber. Vor allem diese erheblichen Reduktionspotenziale sollten in naher Zukunft realisiert werden. Die im Szenario 2030 berücksichtigten Sanierungsmassnahmen basieren noch nicht auf einer verfeinerten Analyse der Portfolios. Die diesbezüglichen Optimierungsmöglichkeiten gilt es in einem nächsten Schritt zu eruieren, um einen verlässlichen CO2-Absenkpfad definieren und umsetzen zu können.